Archiv 2012

Trans Alp 2012 | Felix & Tom

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Felix & Tom | Transalp 2012 - Klick zum vergrößernDieses Jahr ging es mit Felix und 550 anderen Teams in acht Etappen mit insgesamt 618 km und 21166 Hm von Oberammergau nach Riva. Hier der Bericht über die einzelnen Etappen:

 

1. Etappe: Oberammergau – Imst
Leider hielt der Wetterbericht sein Versprechen und es fing pünktlich zum Start an zu regnen. Nach einer sehr hektischen Anfangsphase mit einigen Stürzen fanden wir eine gute Gruppe mit der wir ziemlich zügig den langen Asphaltabschnitt hinter uns brachten. Die ersten Trails entlang des Plansees waren ein Genuss. Parallel zur Fernpassstraße ging es über die Freeride-Strecke in Lermoos und Ehrwald zum ersten Scharfrichter der Transalp: Dem Marienbergjoch. Die Tausend Höhenmeter Anstieg erforderten schon ein gewisses Stehvermögen. Nach einer leichten und schnellen Abfahrt waren wir dann in 4:23:27 auf Platz 51 im Ziel.

2. Etappe: Imst – Ischgl
Für heute war eigentlich eine Besserung des Wetters angesagt, jedoch regnete es erneut nach dem ersten Anstieg zur Venetalm. Hier hatten wir einen guten Rhythmus gefunden und konnten wieder einige Plätze gut machen. Die Abfahrt im Regen erforderte höchste Konzentration. Im zweiten Anstieg des Tages heraus aus dem Pitztal auf die Pillerhöhe kam dann auch endlich die Sonne zu Vorschein, so dass wir in Landeck unsere Regensachen bei unserer „Betreuerin“ Mechthild abgeben konnten. Der dritte Anstieg zum Almstüberl war dann auch schnell hinter sich gebracht und es ging auf einen „äußerst“ anspruchsvollen Trail hinein in Paznauntal. Die letzten 15 km ging es im bergischen Stil mit kurzen harten Rampen hinauf nach Ischgl. Hier bedurfte es einiger „Motivation“ von Felix, um die letzten Körner zu mobilisieren. Im Ziel waren wir dann mit Platz 48 in 4:44:50 sehr zufrieden.

3. Etappe: Ischgl – Nauders
Auch wenn es monoton klingen mag, muss ich auch heute mit dem Wetter beginnen. Über Nacht hat es ab 2.000 m geschneit, so dass schlimmstes zu befürchten war.
Dementsprechend warm angezogen nahmen die 1.400 m Anstieg zum Flimjoch in Angriff. Schnell merkten wir jedoch, dass wir uns verpokert hatten und viel zu warm angezogen waren. Denn sobald wir über den Gipfel waren brannte die Sonne unsäglich auf uns nieder, so dass wir froh waren vor dem Anstieg nach Nauders unsere Klamotten abgeben zu können und diesen in kurz/kurz in Angriff nehmen konnten. Im Ziel hieß es dann nach 4:03:11 Platz 54. Doch endlich war es Sommer!

 

Felix & Tom | Transalp 2012 - Klick zum vergrößern4. Etappe: Nauders – ScuolDiese Etappe entsprach genau meinem Geschmack, denn Sie war mit 52 km und 1.900 Hm genau richtig. Entsprechend Druckvoll ging es den ersten Anstieg zur Bergkastellalm hinauf. Nach toller Abfahrt mit wunderbarem Blick über den Reschensee kam ging es steil hinauf zur Reschenalm. Steil und hart, dass kennen wir doch aus dem Bergischen. Also drückte ich vorne ordentlich mit Felix im Schlepptau und wir machten Position um Position gut. Der schon am vorigen Abend angekündigte Trail ins Inntal hielt sein Versprechen und die letzten flachen Kilometer hinauf nach Scuol wurden trotz leichtem Luftverlust am Hinterrad (mein Dank gilt der Milch) nach einmal voll hochgedrückt. Der verdiente Lohn: Platz 41 in 2:49:15. Im Ziel wurden wir freudig von unserer strickenden Betreuerin Mechthild empfangen.

5. Etappe: Scuol – Livigno
Heute stand die wohl landschaftlich schönste Etappe der Transalp an. Das Profil entsprach wieder voll unserer Vorliebe. Den ersten langen Anstieg, mit den wohl leichtesten tausend Höhenmetern (O-Ton vom Renndirektor), ging es in unserer Gruppe richtig zur Sache. Die nächsten 20 km über die Alp da Munt, den Ofenpass und Passo del Gallo waren traumhaft. Umringt von 3.000 er Gipfeln ging es auf Singletrails immer wieder auf und ab. Der letzte Pass des Tages, der Passo Alpisella stellte sich als echt gemein heraus. Nach kurzen und steilen Anstieg ging es noch ewig, bei konstantem Gegenwind leicht ansteigend hinauf zur Passhöhe auf 2.290 m Höhe. Doch das schlimmste sollte noch kommen. Schon in Livigno bogen wir noch einmal ab und fuhren über eine Reihe von Almen oberhalb vom Ort mit vielen kurzen Rampen noch einmal um Livigno herum. Im Ziel hieß es dann nach 4:05:31 Platz 47. Jetzt galt es schnell zu entspannen, denn am nächsten Tag stand die Königsetappe an.

6. Etappe: Livigno – Ponte di Legno
106,3 km und 3.451 Hm standen heute auf dem Programm. Entsprechend nervös ging es den ersten Anstieg aus dem Tal von Livigno heraus. Den folgenden eher flachen Abschnitt brachten wir wieder in einer Gruppe hinter uns. Nach dem nächsten „endlos“ Pass, dem Passo di Verva, ging es aber erst einmal 20 km und 1.700 Meter hinab nach Grosotto zur zweiten Verpflegungsstelle. Doch jetzt kam ein richtiges Bett: der Passo Mortirolo. Hier hatten schon einige Radprofis beim Giro ihr blaues Wunder erlebt. Da wir aber keine Rennradler waren, fuhren wir nicht die reguläre Passstraße hinauf, sondern nahmen eine kleinere, aber umso steilere Straße hinauf zur Passhöhe. Im sengender Hitze zog jede Kehre immer Kraft aus den Beinen, so dass wir froh waren, als wir den dritten Verpflegungspunkt auf der Passhöhe erreichten. Doch hier sollte der Anstieg noch nicht zu Ende sein. Nach kurzer Abfahrt zog sich der Weg noch weitere 350 Höhenmeter in nicht enden wollenden Windungen den Berg hinauf. Oben angekommen, wurden die Hoffnungen auf eine entspannte Abfahrt schnell zerstört. Durch einen verblockten Trail ging es hinunter ins Tal. Die letzten Kilometer ins Ziel galt es mal wieder über verschiedene Rampen durch den Wald zu bezwingen. Mit 6:31:28 und Platz 51 waren wir dennoch sehr zufrieden.

7. Etappe: Ponte di Legno – Madonna di Campiglio
Mit der Anstrengung des Vortages in den Beinen galt es auch heute wieder über 3.000 Höhenmeter zu bezwingen. Entsprechend kamen die Beine auch erst im Laufe des ersten Anstieges in Fahrt. Auf der ersten Abfahrt dann der Schock: Felix Käfig des Schaltwerks war einseitig gebrochen. Die Kette fiel immer wieder von den Umlenkröllchen. Dank der Hilfe von anderen Teambetreuern und dem Einsatz von Panzerband, konnten wir eine einigermaßen gute Funktion wieder herstellen. Den zweiten Anstieg des Tages kannte ich noch von der Transalp 2010. Jedoch hatte ich damals vorher keine 1.800 Hm schon in den Beinen. Nach kurzr Schiebepassage kamen wir dennoch ganz ordentlich hinauf zur Refugio Orso Bruno. Doch bis zum Ziel galt es noch ein Moor zu durchfahren, oder besser gesagt zu durchschreiten. Nach 5:32:58 kamen wir dann als 71. Ins Ziel. Die Zeit, die wir durch den Defekt verloren haben, zeigte uns, wie eng das gesamte Feld zusammenliegt.

Felix & Tom | Transalp 2012 - Klick zum vergrößern8. Etappe: Madonna di Campiglio – Riva del Garda
Auf der letzten Etappe galt es, die Top 50 Platzierung zu sichern. Entsprechend motiviert gingen wir ans Werk. Da die Beine nun an 1.000 Höhenmeter Anstiege gewöhnt waren, ging es mit Vollgas ans Werk. Zum ersten Mal konnten wir sowohl die führenden Senior Masters, als auch das führende Mädels Team überholen. Kurz vorm Gipfel zeigte das Wetter aber noch einmal, warum wir uns in den Alpen befinden. Mit Starkregen, fünf Grad und einigen Blitzen ging es in die Abfahrt. Zwar hatten wir vorsorglich Ärmlinge mitgenommen, dennoch froren wir auf der Abfahrt ziemlich und waren froh, als der Regen unten wärmer wurde. Die nächsten Kilometer zum letzten Anstieg der Transalp wurden dann noch einmal ordentlich gedrückt und die letzten 350 Höhenmeter stellten trotz Schiebepassage kein Problem dar. Auf der letzten Abfahrt, einem komplett verblocktem, typischen Gardasee-Trail, ließen wir bei der Nässe Vorsicht walten und wurden durch einige gestürzte Fahrer bestätigt. Nach einer Schrecksekunde in der restlichen Abfahrt (gute Besserung an den Fahrer, der in das Auto gekracht ist), waren wir dann glücklich, das Ziel erreicht zu haben. Zu unserem Erstaunen stellten wir fest, dass wir mit einer Zeit von 3:44:50 und Platz 37 das beste Ergebnis erreicht haben.

Mit Platz 49 in der Herrenklasse und 66 im Gesamtklassement sind wir äußerst zufrieden. Vielen Dank an unsere Helferin Mechthild, die uns an verschiedensten Stellen versorgt hat und immer für gute Laune gesorgt haben. Jetzt heißt es erst einmal Füße hoch!

[ hier die Bilder ]